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Mai
10

InDesign CS5: Der erste Eindruck (Teil 2)

Manchmal wiegen die Kleinigkeiten mehr als die großen Highlights, die uns auf das Programm neugierig machen sollen. Hier habe ich mal ein paar Kleinigkeiten  – ohne Anspruch auf Vollständigkeit –  zusammengefasst, die für mich alle zum Thema  Produktivität gehören …

Produktivität

Hervorheben von Rahmenkanten, Pfaden und Pfadpunkten

Bisher habe ich immer ein Objekt mit dem schwarzen Pfeil markiert, anschließend auf den weißen Pfeil gewechselt und erst dann einen Pfapunkt selektiert. Per Mouseover mit dem weißen Pfeil werden nun direkt Pfadpunkte (oder -segemte) angzeigt, ohne dass das Objekt mit dem weißen oder schwarzen Pfeil ausgewählt sein muss. Im Bildschirmodus „Vorschau“ sind beim Mouseover die Rahmenkanten von Objekten ohne Fläche und Kontur sichtbar. Bis InDesign CS5 hat nur ein schwarzes Quadrat am Cursor darauf aufmerksam gemacht, dass sich irgendetwas darunter befindet.

Erweitertes Pathfinderbedienfeld

Im Pathfinder stehen jetzt unter „Punkt konvertieren“ „Einfacher Eckpunkt“, „Eckpunkt“, „Kurvenpunkt“ und „Symmetrischer Kurvenpunkt“ zur Verfügung. Das macht das Zeichnen von Pfaden gerade für ungeübte Anwender etwas einfacher.

Dynamische Bildschirmaktualisierung

Viele Anwender wissen bis heute nicht, dass es das in älteren InDesign-Versionen bereits gibt: Wenn Sie einen Text- oder Bildrahmen mit Inhalt z.B. mit dem schwarzen Pfeil skalieren und vor dem Ziehen einen kleinen Moment warten, zeigt Ihnen eine Live-Vorschau, wie sich der Textumbruch beim Ziehen verändert oder die kompletten Ausmaße eines Bildes werden halbtransparent außerhalb der Rahmenkanten dargestellt. In der aktuellen InDesign-Version wurde das Verhalten jetzt so umgestellt, dass Sie die Vorschau direkt sehen und nicht mehr die Sekunde warten müssen.

Ich nutze die Live-Vorschau immer. Trotzdem nervt mich dieses neue Verhalten und ich bin froh, dass man es in den Voreinstellungen in der Kategorie „Benutzeroberfläche“ im Abschnitt „Optionen“ auf das alte Verhalten zurückstellen kann.

Vorrang für ausgewählte Objekte

Mit [Strg] / [Befehl] + (Klick) klicken Sie sich durch Objekte um so auch Elemente auszuwählen, die hinter anderen Objekten liegen. Bisher konnten solche hinten liegenden Elemente nur am Mittelpunkt oder der Rahmenkante verschoben bzw. gelöscht werden, da ein erneuter Klick automatisch das oben liegende Objekt ausgewählt hat. Jetzt merkt sich InDesign, dass das hintere Objekt ausgewählt ist und erneutes Klicken/Ziehen verschiebt auch das hintere Objekt. Vielleicht ist es jemandem aufgefallen: Das Quadrat für den Mittelpunkt bei ausgewähltem Objekt ist in diesem Zusammenhang weggefallen. Der Mittelpunkt erscheint nur noch beim Verschieben in Form eines „x“.

Umbruchoptionen im Text

Neben der Möglichkeit „Nicht trennen von nächsten Zeilen“ gibt es jetzt auch „Nicht von vorherigen trennen“. Das ist insbesondere bei Aufzählungen etwas flexibler.

Farbfelder im Steuerungsbedienfeld

Mit dem neuen Widget für Farbfelder im Steuerungsbedienfeld erreichen Sie endlich sinnvoll alles an einer Stelle und es sind für Standardformatierungen keine weiteren Bedienfelder mehr erforderlich. Fläche und Kontur werden dabei über zwei getrennte Schaltflächen zugewiesen und es muss nur noch zwischen Inhalt oder Container unterschieden werden. Praktisch: Die Optionen für Kontur liegen direkt neben dem Farbfelder-Widget und man muss nicht lange suchen. Nachteil: Man kann zwar die Farbe zwischen Fläche und Kontur tauschen, aber nicht Fläche oder Kontur innerhalb eines Fensters nach vorne holen.

Vorherige und aktuelle Seitenzahl beim Paginieren

InDesign CS4 hatte einen Bug, der mit der Marke „Vorherige Seitenzahl“ auf der Musterseite nicht umgehen konnte. In der aktuellen Version funktioniert das wieder richtig.

Wie erstellt man so etwas? Erstellen Sie auf der Musterseite zwei Textrahmen und verknüpfen diese. Fügen Sie anschließend über „Schrift > Sonderzeichen einfügen > Marken > Vorherige Seitenzahl“ und „Aktuelle Seitenzahl“ ein. Damit die Seitenzahlen vom linken in den rechten Rahmen wandern, ziehen Sie entweder den linken Rahmen kleiner oder fügen einen Spaltenumbruch vor die erste Marke ein.

Horizontales Vergrößern der Montagefläche

Wer bisher seine Montagefläche horizontal vergrößern wollte, arbeitete entweder mit Tricks wie zusätzlichen Elementen in den Ecken, oder Mustervorlagen, die mehrere zu einer Druckbogeninsel zusammengefasste Seite beinhalteten. Jetzt stellen Sie die Größe Ihrer Montagefläche einfach in den Voreinstellungen in der Kategorie Hilfslinien und Montagefläche ein.

Alte und neue Fehler

Wo alte Fehler ausgebügelt werden, müssen natürlich auch neue rein 😉 . In der aktuellen Version wurden erstmals (?) sprachliche Veränderungen an der Benutzeroberfläche vorgenommen und Bedienfelder wurden zur besseren Übersicht in weitere Unterverzeichnisse verschoben. Es macht keinen Sinn, hier alle neuen Begriffe aufzulisten, aber vielleicht mal zwei drei gelungene und weniger gelungene Beispiele in der Reihenfolge Alt > Neu:

Objektstile > Objektformate
Magnetische Hilflinien > Intelligente Hilfslinien
Versatzabstand > Abstand zum Rahmen
Ränder und Spalten > Stege und Spalten
Steg > Spaltenabstand
Minimaler vertikaler Offset > Vertikale Stege
Optischer Randausgleich > Optischer Stegausgleich

Temporärer Werkzeugwechsel für alle Werkzeuge

Poweruser nutzen die Lupe und das Handwerkzeug in der Werkzeugleiste wahrscheinlich höchst selten, weil man sie temporär über Shortcuts erreichen kann. Diese Funktionalität liegt jetzt auf allen Werkzeugen, die einen Shortcut besitzen. Für die Praxis bedeutet dies, dass Sie z.B. aus dem Rahmen- oder Auswahl-Werkzeug temporär zum Lückenwerkzeug (U) wechseln können und nach dem Loslassen der Taste das zuvor gewählte Werkzeug weiter aktiv ist.

Ach ja: Wie alle Blogger freue ich mich auch über nette Kommentare …

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