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Apr
15

InDesign CS5: Der erste Eindruck

Was liegt näher, als einen neuen Blog mit dem Upgrade einer neuen Software zu starten? Es ist längst kein Geheimnis mehr: Die Adobe Creative Suite 5 und somit auch ein neues InDesign ist da und spaltet die Nation. Während die einen begeistert von den neuen Features sind, vermissen die anderen Funktionen, auf die sie schon seit langem warten. Was die neue Version wirklich bringt und für wen das Upgrade interessant ist, erfahren Sie hier in den nächsten Wochen in mehreren Beiträgen.

Die neuen Features lassen sich in »Design und Layout«, »Crossmedia Design« und »Zusammenarbeit und Produktivität« unterteilen. Hier zunächst ein kleiner Überblick der wichtigsten Neuerungen aus dem Bereich »Design und Layout«:

Design und Layout

Verschiedene Seitengrößen in einem Dokument

Buchumschläge, Flyer für Wickelfalz oder Ausklapper können nun endlich in einem Dokument angelegt werden. Das macht nicht nur das Anlegen der Dokumente um vieles einfacher, sondern lässt auch nachträgliche Korrekturen am Format recht schnell zu. Geschäftsausstattungen, bei denen bisher für Visitenkarten, Briefbogen und Compliment-Card jeweis eigene Dokumente existierten, legen Sie jetzt in einer Datei an und verwalten z.B. Farben und Logos nur einmal.

Neues Gesicht für das Ebenenbedienfeld

Das Ebenenbedienfeld hat in der neuen Version mehr Ähnlichkeit mit Illustrator bekommen. Elemente lassen sich jetzt einzeln im Ebenenbedienfeld auswählen. Das bietet zahlreiche Vorteile. Zum Beispiel beim Gruppieren: Bisher mussten Objekte erst entgruppiert werden, damit ein weiteres Element der Gruppe hinzugefügt werden konnte. Mit den neuen Ebenenfunktionen ziehen Sie ein Objekt einfach in die richtige Ebenengruppe, fertig. Weitere Neuerungen: An alle druckbaren Objekte kann ein Name vergeben werden. Das dürfte insbesondere für skriptgesteuerte Operationen interessant sein. Auch können Objekte jetzt richtig über ein Icon im Ebenenbedienfeld oder per Kontextmenü am Mauscursor gesperrt werden.

Vereinfachte Auswahl und Transformationen

Unter diesen Begriffen lassen sich gleich mehrere Neuerungen zusammenfassen, die bei der täglichen Arbeit vor allem eins machen: Sie sparen Zeit! 🙂

Content Indicator: Grafikrahmen mit Inhalt zeigen nun beim Mouseover mit dem Auswahl-Werkzeug einen donutähnlichen Kreis. Wenn sich der Cursor direkt über dem »Donut« befindet, verwandelt sich der schwarze Pfeil in das Handwerkzeug und der Inhalt des Rahmens lässt sich verschieben, ohne dass der Rahmen oder Inhalt vorher ausgewählt werden muss.

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Hier kommt die Maus: Ein Doppelklick über einem Bild wechselt nicht mehr zwischen schwarzem und weißem Pfeil, sondern aktiviert direkt das Bild. Rahmenkanten einzelner Objekte oder Gruppen werden beim Mouseover auch im Vorschaumodus angezeigt. Ein Mouseover mit weißem Pfeil zeigt die einzelnen Pfadpunkte oder -segmente. Diese können dann direkt ausgewählt werden.

Transformieren: Objekte drehen Sie jetzt direkt mit dem Auswahl-Werkzeug – wie in Illustrator. Der Wechsel zum Transformieren- oder Drehen-Werkzeug entfällt.

Transformieren von mehreren Objekten: Text- oder Bildrahmen müssen nicht mehr gruppiert werden, bevor sie gemeinsam verändert werden können. Wenn z.B. bisher drei verkettete Textrahmen in der Höhe verändert werden sollten, mussten sie entweder vorher gruppiert oder umständlich per Hilfslinien auf eine Höhe gebracht werden. Jetzt genügt eine Auswahl und die Objekte können an der gemeinsamen Boundingbox transformiert werden. Für mich ist diese relativ unscheinbare Neuerung einer der Hightlights der neuen Version!

Aktivieren von hinteren Objekten: Objekte, die hinter anderen Objekten liegen, können jetzt einfach per [Befehl]/[Strg] + (Klick) ausgewählt und verschoben werden. Es ist dabei nicht mehr notwendig, genau den Mittelpunkt oder die Rahmenkanten zu treffen. In früheren Versionen wurde durch erneutes Klicken wieder das oberste Objekt aktiviert.

Live Distribute: Der Abstand zwischen mehreren aktivierten Objekten lässt sich mit dem Auswahl-Werkzeug durch Drücken der Leertaste nach Augenmaß vergrößern oder verkleinern. Objekte, die horizontal angeordnet waren, sind über diese Technik auch vertikal verschiebbar und völlig neu anzuordnen. Inwieweit das eher Spielerei oder tatsächlich alltagstauglich ist, bleibt abzuwarten.

Das neue Lückenwerkzeug

Mit dem Lückenwerkzeug gibt es nun die Möglichkeit, den Abstand zwischen zwei oder mehreren Objekten zu verändern. Hört sich nicht spektakulär an, ist es aber! Durch Drücken von Zusatztasten können auch Bild- und Textrahmen in ihrer Größe verändert werden, während der Abstand zwischen den Rahmen gleich bleibt. Bei Bildern kann ich dabei zusätzlich bestimmen, ob sich der Inhalt automatisch miteinpassen soll oder nicht. Das Coole daran ist, das es auch mit einzelnen Rahmen funktioniert, die man an Hilfslinien ausrichten möchte. Aber was ist jetzt daran spektakulär? In allen Fällen ist es nicht mehr notwendig einen Rahmen auszuwählen, da man mit dem Abstand zwischen zwei Objekten und nicht mit den Objekten an sich arbeitet. Layouts lassen sich so viel intuitiver erstellen.

Spaltenübergreifende Absätze

Überschriften, Untertitel oder Texte lassen sich rasch in einem einzigen Textrahmen über mehrere Spalten hinweg anordnen oder auch nochmal innerhalb einer Spalte z.B. bei Aufzählungen unterteilen. Auf dieses Feature haben wir alle seit langem gewartet, denn das mühevolle Verketten von Textrahmen mit unterschiedlicher Breite entfällt nun, zumindest in der Theorie. Genau wie bei der neuen Funktion »Spalten ausgleichen« in den Textrahmenoptionen muss der Textumbruch permanent neu berechnet werden, wenn Text hinzukommt oder wegfällt. Die Praxis muss daher erst noch zeigen, ob diese Arbeitsweise auch bei größeren Textabschnitten über mehrere Seiten hinweg funktioniert. Für kleinere Textmengen sind die neuen Funktionen jedoch ein Riesengewinn und ich werde hier meine Arbeitsweise umstellen.

Mehrere Rahmen in einem Raster erstellen

Was soll daran neu sein? Den Kontaktabzug gibt es doch schon länger! Das stimmt natürlich. Während sich ein gleichmäßiges Raster jetzt viel einfacher für Bildrahmen erstellen lässt, liegt das Hightlight dieses neuen Features für mich an ganz anderer Stelle, nämlich bei den Textrahmen. In bisherigen Fällen mussten z.B. drei Textrahmen, die nicht an die Satzspiegelhilfslinien angrenzen sollten, manuell erzeugt und miteinander verkettet, evtl. auch noch durch Hilfslinien ausgerichtet werden. In InDesign CS5 ziehen Sie jetzt einfach einen Textrahmen über die gesamte Breite des Satzspiegels und drücken 2x den Pfeil auf der Tastatur nach rechts. Als Ergebnis erhalten Sie drei Textrahmen auf gleicher Höhe, die bereits miteinander verkettet sind und die Breite der Spalten haben. Mich hat das total begeistert und im Zusammenhang mit dem Lückenwerkzeug lässt sich hier wirklich die Produktivität erheblich steigern.

Eckenoptionen, die endlich zu gebrauchen sind

Wer bisher einzelne Ecken abrunden musste weiß, was ich mit dieser Überschrift meine. Ecken können nun einzeln oder gemeinsam entweder über die neuen Live-Funktionen am Rahmen direkt oder über die Optionen im Steuerungsbedienfeld abgerundet werden. Alle Einstellungen lassen sich in einem Objekstil sichern. Text, der in einem Rahmen mit abgerundeten Ecken eingegeben wird, kann nun endlich zentriert ausgerichtet werden. Ob das eine wirkliche Neuerung oder eher die Beseitigung eines Bugs ist, mag jeder selber entscheiden. Ich freue mich jedenfalls, dass das nun endlich geht.

Super duplizieren

Duplizieren Sie ein Objekt mit der [Alt]-Taste und füllen den Zwischenraum durch Drücken mit den Pfeiltasten auf der Tastatur mit weiteren Duplikaten auf. Ich mag das. Wenn aber Quadrate erzeugt werden sollen und dann auch noch die [Umschalt]-Taste mit ins Spiel kommt, wird es heikel. Denn die Reihenfolge in der die Tasten losgelassen oder noch gehalten werden müssen, ist nicht unbedingt intuitiv.

Automatisch generierte Bildunterschriften aus den Metadaten

Richten Sie sich einmalig einen Textrahmen mit Beschriftung und Objektstil ein und ziehen den Textrahmen dann nur noch unter das jeweilige Bild. Der Inhalt aus den Metadaten der jeweiligen Bilder wird anschließend im Textrahmen richtig formatiert dargestellt. Wenn Kunden konsequent ihre Bilddaten vorbereiten, ist das eine super Sache. Meist hat der Kunde aber wohl keine Möglichkeit, selbst Einträge in den Metadaten vorzunehmen oder was passiert, wenn sich die Bildunterschrift dann kurz vor Drucklegung noch ändert? Es ist sicherlich einfacher, diese Änderung dann doch direkt im Layout zu machen, als die Metadaten des Bildes zu ändern.

Mini Bridge

In den Vorgängerversionen gab es bereits die Möglichkeit, die Bridge in einer Art Kompaktmodus im Vordergrund zu halten, um so Bilder direkt aus der Bridge nach InDesign zu ziehen. Ich habe diesen Kompaktmodus nie genutzt und immer die komplette Bridge auf dem zweiten Monitor anzeigen lassen. Die Mini Bridge ist ein weiteres Bedienfeld, dass nun vollständig in InDesign integriert ist. Die Vorschaugrößen und Navigationsmöglichkeiten sind hier neben einigen netten Features völlig ausreichend und ich werde wohl in Zukunft auf die große Bridge – zumindest beim Platzieren von Bildern  – verzichten. Eine kleine feine Neuerung am Rande: Einzelne Bilder die über die Bridge oder den Finder importiert werden, landen nicht mehr direkt im Layout, sondern können nun per Cursor platziert werden. (out of topic: Danke Ralf für die Bilder :))

Ein erstes Fazit

Ich arbeite täglich überwiegend mit InDesign. Die meisten der hier vorgestellten neuen Funktionen für »Design und Layout« fallen für mich eindeutig unter das Thema Produktivität. Alle neuen Features finde ich gut und werde sie auch nutzen. Auf unterschiedliche Seitengrößen und spaltenübergreifende Absätze habe ich lange gewartet. Die von vielen erwarteten Neuerungen bei den Fußnoten oder der Datenzusammenführung haben es wieder nicht in das Upgrade geschafft und das ist sicherlich für manchen ärgerlich.

Ach ja: Das ist mein allererster Blogbeitrag überhaupt. Wie alle Blogger freue ich mich auch über nette Kommentare 😉

12 Kommentare

  1. Geschrieben von Ralf Hobirk am 15. April 2010 um 18:11 Uhr

    Hi Rübi,

    ich gratuliere dir zu deinem neuen Blog. Und dein erster Beitrag ist natürlich auch voll gelungen. Mach weiter so!

    Gruß
    Ralf

  2. Geschrieben von Sven Thamphald am 16. April 2010 um 06:34 Uhr

    Hallo,

    feine, kompakte Zusammenfassung mit Fokus auf die Print-Produktion.
    So übersichtlich hätte ich es eigentlich auch von Adobe erwartet. 😉

    Grüßle
    Sven

  3. Geschrieben von Martin Fischer am 16. April 2010 um 06:38 Uhr

    Hallo Rübi,

    ein schöner erster Blick auf CS5.
    Dein Blog hinterläßt einen guten ersten Eindruck.

    Ist abonniert. 😉

    Grüßle
    Martin

  4. Geschrieben von Johannes Erhazar am 16. April 2010 um 07:00 Uhr

    Hi Rübi,
    schon wieder eine Seite, die man im Auge behalten muss ;o) (RSS-Feed ist hiermit abonniert)
    Prima Beitrag. Wie auf HDS schon des öfteren erwähnt: Sehr gute Zusammenfassung der neuen „Design und Layout“-Funktionen von ID CS5. Ich weiß zwar immer noch nicht, ob sie ein Upgrade für mich persönlich lohnenswert machen, doch sie sind sicherlich sehr hilfreich.

    DANKE DAFÜR.

    Dein Design des Blogs ist sehr gelungen!

    Gruß
    Johannes

  5. Geschrieben von Sacha Heck am 16. April 2010 um 07:07 Uhr

    Hallo Kai,

    Ich schließe mich an und freue mich nun auch, regelmäßig hier vorbei schauen zu können und Tipps und Publishing-Gedanken mit zu nehmen 🙂 Adde das mal zu meinen Publishing-Feeds 😉 Schönes Theme auch.

    Viele Grüße aus Luxemburg,
    Sacha

  6. Geschrieben von Ingo Herber am 16. April 2010 um 07:25 Uhr

    Hallo Kai,
    schöne Zusammenfassung. Auch ich werde gerne mal wieder reinschauen.
    Viele Grüße aus der Nähe von Luxemburg, 🙂
    Ingo

  7. Geschrieben von mac_heibu am 16. April 2010 um 07:57 Uhr

    Sehr schön. Für mich begründet diese informative Zusammenfassung die Update-Entscheidung!

    Vielen Dank für deine Mühe!
    mac_heibu

  8. Geschrieben von Jörg Oyen am 16. April 2010 um 08:45 Uhr

    Danke für die gelungene punktierte Zusammenfassung – insbesondere der ScreenShoots – ich bookmarke mir das ganze mal als InDesign / CS5 / Quickstart / Tutorial / Overview.

  9. Geschrieben von Karsten Geisler am 16. April 2010 um 12:16 Uhr

    Hallo Kai!

    Danke für die subjektive und umso wertvollere Auflistung der neuen Features!

    Viele Grüße
    Karsten

  10. Geschrieben von Peter Kahrel am 16. April 2010 um 14:25 Uhr

    Hello Kai,

    Interesting overview of new features. Good luck with your blog.

    Greetings from the UK,

    Peter

  11. Geschrieben von Peter Kahrel am 16. April 2010 um 15:13 Uhr

    By the way, Kai, what makes the „different page sizes per spread“ so interesting is that when you use it for covers (as in your example) and export to PDF and check „Spreads“ under „Pages“ (and when you enable cropmarks) you get fold marks for the spine in the PDF.

    Peter

  12. Geschrieben von Kai Rübsamen am 16. April 2010 um 17:15 Uhr

    Hallo Alle,
    vielen Dank für die netten Kommentare.

    @ Peter: Das wusste ich bisher nicht, klasse 😉

    Das Ganze lässt sich noch eins weiterführen: Auch Seiten, die in ihrer Größe nicht verändert aber per Druckbogen zusammengehalten werden, erhalten Schnittmarken. Damit können für Wickel- und Zick-Zack-Falz automatisch Falzmarken gesetzt werden!

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